SZ Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung

FORMULARE

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Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)

15.07.2008

Jeder Schüler braucht eine warme Mahlzeit

Schöne Worte machen nicht satt

Kein Kind soll vom Mittagessen an der Schule oder in der Betreuungseinrichtung ausgeschlossen bleiben, nur weil die Eltern das Geld dafür nicht aufbringen.



Vor einem Jahr hat deshalb die Süddeutsche Zeitung mit dem „Adventskalender für gute Werke”, dem Hilfswerk der SZ-Leser, und dem Sozialreferat der Stadt die Aktion „Schülerlunch” gestartet: Geld aus einer Erbschaft und zusätzlich gesammelte Spenden, insgesamt rund 470 000 Euro, ermöglichten in diesem Schuljahr mehr als 1300 Kindern aus armen Familien, kostenlos eine warme Mahlzeit zu erhalten.

Inzwischen beschäftigt das Thema auch die Politik. Gerade hat der bayerische Landtag bekräftigt, dass kein Kind aus sozialen Gründen vom Mittagessen ausgeschlossen sein soll – aber eine konkrete Lösung gibt es noch nicht. Deshalb bleiben wohl auch im neuen Schuljahr viele Kinder hungrig und isoliert, während die anderen zur gemeinsamen warmen Mahlzeit in die Schulmensa gehen. Denn viele Eltern, die auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind, können die drei bis vier Euro für die Teilnahme ihres Kindes nicht aufbringen. Dieser Betrag macht nämlich schon mehr aus, als der Gesetzgeber für die gesamte Ernährung eines Kindes pro Tag zugestanden hat.

Der Freistaat will deshalb den Bund auffordern, den Hartz-IV-Regelsatz für Kinder und Jugendliche bedarfsgerecht anzupassen. Wenn das nicht erfolgt, soll „gegebenenfalls” eine „landesrechtliche Auffangregelung” kommen, um bedürftigen Kindern zu helfen. Weil es um Geld geht, dürfte aber noch einige Zeit gerungen werden, wer denn jetzt handeln muss. Damit bei dem Streit Kinder aus armen Familien nicht auf der Strecke bleiben, ruft die SZ zu Spenden für den Schülerlunch im neuen Schuljahr auf: Mittagstisch für alle!

(SZ vom 15.07.2008)