Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Ohne Schul- und Berufsausbildung können junge Leute auch im Landkreis Freising nur schwer einen Arbeitsplatz finden. Erschwerend kommt oft die fehlende Mobilität hinzu.
Gerade Menschen, die auf Hartz IV angewiesen sind und deshalb aus Kostengründen irgendwo auf dem Land leben, bräuchten den Führerschein und ein Auto, um zu einem der angebotenen Arbeitsplätze zu kommen. Ein klein wenig Unterstützung möchte hier der Adventskalender für gute Werke, das Spendenhilfswerk der Süddeutschen Zeitung, leisten.
Hilfe zur Selbsthilfe benötigt etwa Rosalie W. Sie ist eine junge Mutter von zwei Buben im Alter von fünf und sechs Jahren. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten ist sie von Sachsen in eine kleine Gemeinde im Landkreis Freising gekommen, in der Hoffnung, hier Arbeit zu finden. Weil sie keinen Schulabschluss hat, konnte sie aber noch nicht vermittelt werden. Bisher konnte sie auch nicht an den von der Arbeitsagentur angebotenen Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, weil sie weder über einen Führerschein noch über ein Auto verfügt. Rosalie W. lebt von Hartz IV, sie kennt niemanden in Freising und hat keinerlei soziale Kontakte. Nach der Trennung von ihrem Partner muss sie die beiden Buben, von denen einer sehr verhaltensauffällig ist, auch noch allein erziehen. Von der Arbeitsagentur wird sie seit einiger Zeit gedrängt, wenigstens den Führerschein zu machen. Ein wenig Geld dafür hat sie zwar schon beiseite gelegt, aber es reicht bei weitem nicht, um sich in einer Fahrschule anzumelden.
Max B. ist 22 Jahre alt. Seine Mutter ist vor acht Jahren gestorben, das Verhältnis zu seinem Vater ist angespannt. Weil ihm die Unterstützung der Eltern auf dem Weg ins Berufsleben fehlte, verfügt er nur über eine geringe Schulbildung und über keine berufliche Ausbildung. Dabei ist der junge Mann arbeitswillig, fleißig und zuverlässig. Bisher hat er sich mit Hilfsarbeitertätigkeiten durchgeschlagen, die aber waren zeitlich befristet. Derzeit ist er wieder arbeitslos. Jetzt könnte er einen Ausbildungsplatz bekommen, aber um dorthin zu gelangen, benötigt er einen Führerschein. Dafür aber fehlt ihm das Geld.
Erika H. ist eine alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern. Ihr bisheriges Leben ist geprägt von schweren Schicksalsschlägen, sie ist körperlich und seelisch sehr belastet. Seit der Trennung von ihrem Mann versucht sie wieder in ein normales Leben zurückzufinden, lebt aber seit drei Jahren am Existenzminimum. Weil sie sehr abgelegen wohnt, ist sie auf ihr altes Auto angewiesen, um zur Arbeit zu kommen. Die Haltungskosten dafür sind für sie jedoch kaum noch tragbar. Ohne Wagen aber ist ihr Arbeitsplatz auf Dauer wohl verloren, und dann rutscht Erika H. unweigerlich wieder ins soziale Abseits. Auch die Kinder sind auf die Fahrdienste der Mutter angewiesen, um nicht vom sozialen Leben völlig ausgegrenzt zu werden. Nun ist zu allem Überfluss auch noch die Waschmaschine kaputtgegangen, und die Ersparnisse von Erika H. reichen nicht einmal für eine gebrauchte Maschine.
Auf ein Auto angewiesen ist auch Familie M. mit ihren vier Kindern im Alter von eineinhalb bis 14 Jahren. Vor einiger Zeit ist sie von Freising in eine Landgemeinde gezogen, wo der Vater ganz in der Nähe einen Arbeitsplatz gefunden hat. Aber in dem kleinen Ort gibt es keine Geschäfte, die Mutter leidet zudem an Multipler Sklerose und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Zwei der Kinder müssen täglich in den Kindergarten gefahren werden. Der VW-Bus der Familie fährt zwar noch, aber er ist so alt, dass er nur einen „TÜV auf Toleranz“ erhalten hat. Ein neues gebrauchtes Auto kann sich die Familie aber nicht leisten, obwohl der Vater jede Menge Überstunden macht, um sein Einkommen aufzubessern. Die Caritas hat sich jetzt der Familie angenommen und will sie unterstützen, ein rollstuhltaugliches Fahrzeug aufzutreiben. Gesucht werden in erster Linie Förderer, die das „Projekt Auto“ für die Familie M. unterstützen.
(SZ vom 15.12.11)