Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
„Wir sind immer wieder froh, wenn wir die Miete bezahlen können“, sagt Brigitte M., 70, die eine kleine Rente bezieht. Ihr Mann, 77, ist auch nach seinem Herzinfarkt immer noch freiberuflich als Ingenieur tätig. „Er muss weiterarbeiten, sonst müssen wir zum Sozialamt gehen.
Mit drei Kindern hat es nie gereicht, um genügend anzusparen fürs Alter.“ Das Ehepaar lebt in einer Dachwohnung, was beiden zu schaffen macht. Brigitte M. hat Probleme mit den Knien, seit einer Hüftoperation ist ihr Mann „schlecht zu Fuß“. Die Operation hat die wenigen Ersparnisse dahinschmelzen lassen, denn die Hälfte der Kosten musste ihr Mann, der privat versichert ist, selbst tragen. Als ihre Kinder aus dem Gröbsten raus waren, arbeitete Brigitte M. als Verkäuferin. Doch mit 60 Jahren verlor sie ihre Arbeit. Nach einem halben Jahr fand sie doch noch eine Stelle in einem Geschäft. Doch weil der Inhaber nach zwei Jahren die Firma schloss, blieb Brigitte M. (Name geändert) nichts anderes mehr übrig, als Rente zu beantragen. „Man kriegt ja nichts mehr.“
Seitdem ist es finanziell ziemlich eng, nicht zuletzt auch oft deswegen, weil die Zahlungsmoral der Kunden ihres Mannes nicht die allerbeste ist. „Manche lassen ihre Rechnungen monatelang liegen.“ Spätestens dann, wenn ihr Mann nicht mehr arbeiten kann oder wegen der großen Konkurrenz nicht mehr genügend Aufträge erhält, wird das Ehepaar Grundsicherung im Alter beantragen müssen. Die Kinder können nicht helfen, eine Tochter leidet unter Depressionen und lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft. Die beiden anderen Kinder sind „geschieden und müssen selber schauen, wo sie bleiben“. Brigitte M. würde sie gerne unterstützen, „aber es geht nicht“. Riesenwünsche habe sie sowieso nicht mehr, ein Paar Winterstiefel vielleicht, und eine Reserve für die Zähne, die sie richten lassen muss. Ihr Mann hat gar keine Wünsche. Das Wichtigste sei, die laufenden Ausgaben bezahlen zu können.
(SZ vom 06.12.11)